Die Westfront im 1. Weltkrieg

Die Schlacht um Verdun 1916

Der 1. Weltkrieg 1916: Die Mondlandschaft vor Verdun
Die Mondlandschaft vor Verdun

Die Schlacht in den Heeresberichten von 1916

22. Februar

Deutscher Heeresbericht: 
Das nach vielen unsichtigen Tagen gestern aufklarende Wetter führte zu lebhafter Artillerietätigkeit an vielen Stellen der Front [...]
Endlich setzten auf den Höhen zu beiden Seiten der Maas Artilleriekämpfe ein, die an mehreren Stellen zu beträchtlicher Stärke anschwollen und auch während der letzten Nacht nicht verstummten.
Zwischen den von beiden Seiten aufgestiegenen Fliegern kam es zu zahlreichen Luftgefechten, besonders hinter der feindlichen Front.

Französischer Heeresbericht: 
Nach verstärkter Artillerietätigkeit in der Gegend von Verdun haben die Deutschen gegen Tagesende unsere Stellungen östlich von Brabant-sur-Meuse zwischen den. Walde von Haunet und Herbebois angegriffen. Sie faßten in einigen Teilen unserer vorgeschobenen Gräben Fuß, stießen aber nicht bis zu dem zweiten Graben vor. Sie wurden durch unsere Gegenangriffe zurückgeworfen. Wir machten etwa 50 Gefangene.

Französische Abendmeldung: 
In der Gegend nördlich von Verdun richteten die Deutschen nach heftiger Beschießung auf beiden Maasufern im Laufe des Tages eine Reihe äußerst heftiger Infanterieangriffe gegen unsere Front zwischen Brabant-sur-Meuse und Herbebois. Alle Angriffe gegen Brabant und Herbebois wurden abgeschlagen. Zwischen diesen beiden Punkten konnte der Feind unter beträchtlichen Verlusten für ihn den Wald von Haumont und einen Vorsprung besetzen, den unsere Linie nördlich von Beaumont bildet.

23. Februar

Deutscher Heeresbericht: 
Auf den Maashöhen dauerten die Artilleriekämpfe mit unverminderter Stärke fort.
Östlich des Flusses griffen wir die Stellungen an, die der Feind etwa in Höhe der Dörfer Consenvoye-Azannes seit anderthalb Jahren mit allen Mitteln der Befestigungskunst ausgebaut hatte, um eine für uns unbequeme Einwirkung auf unsere Verbindungen im nördlichen Teil der Woevre zu behalten. Der Angriff stieß in der Breite von reichlich 10 Kilometer, in der er angesetzt war, bis zu 3 Kilometer Tiefe durch. Neben sehr erheblichen blutigen Verlusten büßte der Feind mehr als 3000 Mann an Gefangenen und zahlreiches noch nicht übersehbares Material ein.

Französischer Heeresbericht: 
In der Gegend nördlich von Verdun dauerte die feindliche Beschießung, die kräftig von uns erwidert wurde, fort. Im Laufe der Nacht entwickelten sich Infanteriegefechte auf einer Front von ungefähr 15 Kilometern. Der Kampf dauert heftig vom rechten Maasufer bis südöstlich von Herbebois an. Wir haben das Dorf Houmont, dessen Rand wir noch halten, nach einem hartnäckigen Kampfe, in dem wir dem Feinde sehr erhebliche Verluste beibrachten, geräumt. Östlich von diesem Orte gestattete uns ein Gegenangriff, den größeren Teil des hier vorspringenden Waldes von Caures, der gestern vom Feinde besetzt worden war, wiederzunehmen. Nördlich von Beaumont wurde ein auf Herbebois gerichteter starker deutscher Angriff durch unser Sperrfeuer glatt angehalten. Nach Aussagen von Gefangenen sind einige deutsche Einheiten vollständig vernichtet worden.

Französische Abendmeldung: 
In der Gegend nördlich von Verdun erweist sich der deutsche Angriff, wie vorausgesehen, als ein sehr bedeutender und mit großen Mitteln vorbereiteter. Der Kampf hat heute mit wachsender Heftigkeit fortgedauert; unsere Truppen hielten wacker stand und brachten dem Feinde sehr bedeutende Verluste bei. Die ununterbrochene Beschießung mit Granaten großen Kalibers, die von unsrer Artillerie mit gleicher Heftigkeit erwidert wurde, erstreckte sich aus eine Front von fast 40 Kilometer, von Malancourt bis in die Gegend vor Etain. Die Tätigkeit der deutschen Infanterie in sehr großen Verbänden, die sich aus Truppen von sieben verschiedenen Armeekorps zusammensetzen, wurde im Laufe des Tages zwischen Brabant-sur-Meuse und Ornes fortgesetzt. Am Ausgange des Dorfes Haumont konnte uns der Feind trotz aller Anstrengungen nicht aus unseren Stellungen am Walde von Caures werfen, von denen wir noch den größten Teil besetzt halten. Unsere Gegenangriffe brachten die deutschen Angriffe östlich vom Walde von Caures zum Stehen. Nach einer Reihe von blutigen Angriffen konnten die Deutschen in den Wald von Vavrille eindringen. Nördlich von Ornes wurden Angriffe des Feindes auf unsere Linie bei Herbebois durch unsere Gegenangriffe angehalten. Keine Infanterietätigkeit auf dem linken Maasufer und zwischen Ornes und Fromezey.

24. Februar

Deutscher Heeresbericht: 
Der Erfolg östlich der Maas wurde weiter ausgebaut. Die Orte Brabant, Haumont und Samogneux sind genommen, das gesamte Waldgebiet nordwestlich, nördlich und nordöstlich von Beaumont, sowie das Herbebois sind in unserer Hand.

25. Februar

Deutscher Heeresbericht: 
Auf dem rechten Maasufer wurden auch gestern die schon berichteten Erfolge nach verschiedenen Richtungen ausgewertet. Die befestigten Dörfer und Höfe Champneuville an der Maas, Cotelettes, Marmont, Beaumont, Chambrettes und Ornes wurden genommen, außerdem sämtliche feindlichen Stellungen bis an den Louvemontrücken gestürmt.
Wieder waren die blutigen Verluste des Feindes außerordentlich schwer, die unserigen blieben erträglich. Vie Zahl der Gefangenen ist um mehr als 7000 auf über 10000 gestiegen, über die Beute an Material lassen sich noch keine Angaben machen.

26. Februar

Deutsche Sondermeldung: 
Die Panzerfeste Douaumont, der nordöstliche Eckpfeiler der permanenten Hauptbefestigungslinie der Festung Verdun, wurde gestern nachmittag durch das brandenburgische Infanterieregiment 24 erstürmt und ist fest in deutscher Hand.

Deutscher Heeresbericht: 
Östlich der Maas wurden in Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers und Königs an der Kampffront bedeutsame Fortschritte erzielt. Die tapferen Truppen erkämpften sich den Besitz der Höhe südwestlich Louvemont, des Dorfes Louvemont und der östlich davon liegenden Befestigungsgruppe. In altem Drange nach vorwärts stießen brandenburgische Regimenter bis zum Dorf und der Panzerfeste Douaumont durch, die sie mit stürmender Hand nahmen. In der Woëvre-Ebene brach der feindliche Widerstand auf der ganzen Front bis in die Gegend von Marcheville (südlich der Nationalstraße Metz Paris) zusammen. Unsere Truppen folgen dem weichenden Gegner dichtauf.
Die gestern berichtete Wegnahme des Dorfes Champneuville beruhte auf einer irrtümlichen Meldung.

27. Februar

Deutscher Heeresbericht: 
Auf den Höhen rechts der Maas versuchten die Franzosen in fünfmal wiederholten Angriffen mit frisch herangebrachten Truppen die Panzerfeste Douaumont zurückzuerobern. Sie wurden blutig abgewiesen. Westlich der Feste nahmen unsere Truppen nunmehr Champneuville, die Côte de Talou und kämpften sich bis nahe an den Südrand des Waldes nordöstlich von Bras vor. Östlich der Feste erstürmten sie die ausgedehnten Befestigungsanlagen von Hardaumont. In der Woëvre-Ebene schreitet die deutsche Front kämpfend gegen den Fuß der Côtes Lorraines rüstig vor. Soweit Meldungen vorliegen, beträgt die Zahl der unverwundeten Gefangenen jetzt fast 15000.

28. Februar

Deutscher Heeresbericht: 
Im Gebiet von Verdun erschöpften sich wiederum neu herangeführte feindliche Massen in vergeblichen Angriffsversuchen gegen unsere Stellungen in und bei der Feste Douaumont sowie auf dem Hardaumont.
Unserseits wurde die Maashalbinsel von Champneuville vom Feinde gesäubert. Wir schoben unsere Linien in Richtung auf Vacherauville und Bras weiter vor. In der Woëvre wurde der Fuß der Côtes Lorraines von Osten her an mehreren Stellen erreicht.

29. Februar

Deutscher Heeresbericht: 
Die verstärkte Artillerietätigkeit hielt an vielen Stellen an.
Östlich der Maas stürmten wir ein kleineres Panzerwerk dicht nordwestlich des Dorfes Douaumont. Erneute feindliche Angriffsversuche in dieser Gegend wurden schon in der Entwicklung erstickt.
In der Woëvre überschritten unsere Truppen Dieppe, Abaucourt, Blanzee. Sie säuberten das ausgedehnte Waldgebiet nordöstlich von Watronville und Haudiomont und nahmen in tapferem Anlauf Manheulles sowie Champlon.
Bis gestern abend waren an unverwundeten Gefangenen gezählt: 228 Offiziere, 16575 Mann. Ferner wurden 78 Geschütze, darunter viele schwere neuester Art, 86 Maschinengewehre und unübersehbares Material als erbeutet gemeldet.

1. März

Deutscher Heeresbericht: 
Die Artillerietätigkeit war auch gestern an vielen Teilen der Front sehr rege, besonders auf feindlicher Seite. An mehreren Stellen verfolgte der Gegner damit freilich nur Täuschungszwecke. Dagegen schien er im Ysergebiet, in der Champagne, sowie zwischen Maas und Mosel bestrebt zu sein, uns ernstlich zu schädigen. Er erreichte das Ziel nicht.

2. März

Deutscher Heeresbericht: 
Auf dem östlichen Maasufer opferten die Franzosen an der Feste Douaumont abermals ihre Leute einem nutzlosen Gegenangriffsversuch.

3. März

Deutscher Heeresbericht: 
Auf den Höhen östlich der Maas säuberten wir nach kräftiger Artillerievorbereitung das Dorf Douaumont und schoben unsere Linien westlich und südlich des Dorfes sowie der Panzerfeste in günstigere Stellungen vor. Über 1000 Gefangene und 6 schwere Geschütze wurden eingebracht.
Unsere Flieger belegten im Festungsbereich von Verdun französische Truppen erfolgreich mit Bomben.

4. März

Deutscher Heeresbericht: 
Beiderseits der Maas verstärkten die Franzosen ihre Artillerietätigkeit und griffen nach bedeutender Steigerung ihres Feuers das Dorf Douaumont und unsere anschließenden Linien an. Sie wurden, teilweise im Nahkampf, unter großen Verlusten zurückgeschlagen und verloren außerdem wieder über 1000 unverwundete Gefangene. Nach den bei den Aufräumungsarbeiten der Kampffelder bisher gemachten Feststellungen erhöht sich die Beute aus den Gefechten seit dem 22. Februar um 37 Geschütze, 75 Maschinengewehre auf 115 Geschütze, 161 Maschinengewehre.

5. März

Deutscher Heeresbericht: 
Gegen Abend setzte lebhaftes feindliches Feuer auf verschiedenen Stellen der Front ein, zwischen Maas und Mosel war die französische Artillerie dauernd sehr tätig und beschoß zeitweise die Gegend von Douaumont mit besonderer Heftigkeit. Infanteriekämpfe fanden nicht statt.

6. März

Deutscher Heeresbericht: 
Auf dem östlichen Maasufer verlief der Tag im allgemeinen ruhiger als bisher. Immerhin wurden bei kleineren Kampfhandlungen gestern und vorgestern an Gefangenen 14 Offiziere, 934 Mann eingebracht.

7. März

Deutscher Heeresbericht: 
Im Maasgebiet frischte das Artilleriefeuer westlich des Flusses auf, östlich davon hielt es sich auf mittlerer Stärke. Abgesehen von Zusammenstößen von Erkundungstrupps mit dem Feinde kam es nicht zu Nahkämpfen.
In der Woëvre wurde heute früh das Dorf Fresnes mit stürmender Hand genommen. In einzelnen Häusern am Westrande des Ortes halten sich die Franzosen noch. Sie büßten über 300 Gefangene ein.

8. März

Deutscher Heeresbericht: 
Auf dem linken Maasufer wurden, um den Anschluß an unsere rechts des Flusses auf die Südhänge des Côte de Talon, des Pfefferrückens und des Douaumont vorgeschobenen neuen Linien zu verbessern, die Stellungen des Feindes zu beiden Seiten des Forgesbaches unterhalb von Bethincourt in einer Breite von 6 und einer Tiefe von mehr als 3 Kilometer gestürmt. Die Dörfer Forges und Regnéville, die Höhen des Raben- und kleinen Cumièreswaldes sind in unserer Hand. Gegenstöße der Franzosen gegen die Südränder dieser Wälder fanden blutige Abweisung. Ein großer Teil der Besatzung der genommenen Stellungen kam um, ein unverwundeter Rest, 58 Offiziere, 3277 Mann, wurde gefangen. Außerdem sind 10 Geschütze und viel sonstiges Kriegsmaterial erbeutet.
In der Woëvre wurde der Feind auch aus den letzten Häusern von Fresnes geworfen, die Zahl der dort gemachten Gefangenen ist auf 11 Offiziere, über 700 Mann gestiegen, einige Maschinengewehre wurden erbeutet.
Unsere Flugzeuggeschwader bewarfen mit feindlichen Truppen belegte Ortschaften westlich von Verdun mit Bomben.

9. März

Deutscher Heeresbericht: 
Westlich der Maas sind unsere Truppen beschäftigt, die im Rabenwald noch befindlichen Franzosennester auszuräumen.
Östlich des Flusses wurde zur Abkürzung der Verbindung unserer Stellung südlich des Douaumont mit den Linien in der Woëvre nach gründlicher Artillerievorbereitung das Dorf und die Panzerfeste Vaux nebst zahlreichen anschließenden Befestigungen des Gegners unter Führung des Kommandeurs der 9. Reservedivision, Generals der Infanterie v. Guretzky-Cornitz, durch die posenschen Reserveregimenter Nr. 6 und 19 in glänzendem nächtlichen Angriff genommen.
In einer großen Zahl von Luftkämpfen in der Gegend von Verdun sind unsere Flieger Sieger geblieben; mit Sicherheit sind drei feindliche Flugzeuge abgeschossen. Alle unsere Flugzeuge sind zurückgekehrt, mehrere ihrer tapferen Führer verwundet. Feindliche Truppen in den Ortschaften westlich und südlich von Verdun wurden ausgiebig mit Bomben belegt.

10. März

Deutscher Heeresbericht: 
Auf dem westlichen Maasufer wurden bei der Säuberung des Rabenwaldes und der feindlichen Gräben bei Bethincourt 6 Offiziere, 681 Mann gefangen, sowie 11 Geschütze eingebracht.
Der Ablainwald und der Bergrücken westlich von Douaumont wurden in zähem Ringen dem Gegner entrissen, in der Woëvre schoben wir unsere Linien durch die Waldstücke südöstlich von Damloup vor.
Gegen unsere neue Front westlich und südlich des Dorfes sowie bei der Feste Vaux führten die Franzosen kräftige Gegenstöße. In ihrem Verlauf gelang es dem Feinde, in der Panzerfeste selbst wieder Fuß zu fassen; im übrigen wurden die Angreifer unter starken Verlusten abgewiesen.

11. März

Deutscher Heeresbericht: 
Auf dem westlichen Maasufer wurden die letzten von den Franzosen noch im Raben- und Cumiereswalde behaupteten Nester ausgeräumt. Feindliche Gegenstöße mit starken Kräften, die gegen den Südrand der Wälder und die deutschen Stellungen weiter westlich versucht wurden, erstickten in unserem Abwehrfeuer.
Auf dem Ostufer kam es zu sehr lebhafter Artillerietätigkeit besonders in der Gegend nordöstlich von Bras, westlich vom Dorf, um die Feste Vaux und an mehreren Stellen in der Woëvre-Ebene. Entscheidende Infanteriekämpfe gab es nicht; nur wurde in der Nacht ein vereinzelter französischer Überfallsversuch auf Dorf Blanzée blutig abgewiesen.

12. März

Deutscher Heeresbericht: 
In der Gegend westlich der Maas mühte sich der Feind unter starken Verlusten in gänzlich ergebnislosen Angriffen gegen unsere neuen Stellungen ab. Auf den Höhen östlich des Flusses und in der Woëvre-Ebene blieb die Gefechtstätigkeit auf mehr oder minder heftige Artilleriekämpfe beschränkt.
Die in den Berichten vom 29. Februar und 4. März angegebenen Zahlen an Gefangenen und Beute für die Zeit seit Beginn der Ereignisse im Maasgebiet haben sich mittlerweile erhöht auf 430 Offiziere, 26042 Mann an unverwundeten Gefangenen, 189 Geschütze, darunter 41 schwere, 232 Maschinengewehre.

13. März

Deutscher Heeresbericht: 
Bei günstigen Beobachtungsverhältnissen war die Tätigkeit der beiderseitigen Artillerien auf einem großen Teile der Front sehr lebhaft und hielt sich beiderseits der Maas und bis zur Mosel hin auf größerer Heftigkeit. [...]
Neben ausgiebiger Aufklärungstätigkeit griffen unsere Flieger feindliche Bahnanlagen und Unterkunftsorte, besonders an der Eisenbahn Clermont-Verdun, erfolgreich an.

14. März

Deutscher Heeresbericht: 
Leutnant Bölcke brachte zwei feindliche Flugzeuge hinter der französischen Linie über der Feste Marre und bei Malancourt (nordwestlich von Verdun) zum Absturz; das letztere wurde von unserer Artillerie zerstört.

15. März

Deutscher Heeresbericht: 
Links der Maas schoben schlesische Truppen mit kräftigem Schwung ihre Linien aus der Gegend westlich des Rabenwaldes auf die Höhe "Toter Mann" vor. 25 Offiziere und über 1000 Mann vom Feinde wurden unverwundet gefangen. Viermal wiederholte Gegenangriffe brachten den Franzosen keinerlei Erfolge, wohl aber empfindliche Verluste.
Auf dem rechten Maasufer und an den Osthängen der Côtes rangen die beiderseitigen Artillerien erbittert weiter.

16. März

Deutscher Heeresbericht: 
Links der Maas sind weitere Versuche des Feindes, uns den Besitz der Höhe "Toter Mann" und der Waldstellungen nordöstlich davon streitig zu machen, im Keime erstickt worden.

17. März

Deutscher Heeresbericht: 
Im Maasgebiet trieb der Gegner eine frische Division, die als die siebenundzwanzigste seit Beginn der Kämpfe auf diesem verhältnismäßig engen Raum in der Front erschienene gezählt wurde, wiederholt gegen unsere Stellungen auf der Höhe "Toter Mann" vor. Bei dem ersten überfallartig ohne Artillerievorbereitung versuchten Angriff gelangten einzelne Kompagnien bis an unsere Linien, wo die wenigen von ihnen unverwundet übriggebliebenen Leute gefangen wurden. Der zweite Stoß erstarb schon in unserm Sperrfeuer.

18. März

Deutscher Heeresbericht: 
Bei wechselnder Sicht war die beiderseitige Kampftätigkeit gestern weniger rege.

19. März

Deutscher Heeresbericht: 
Während auch der gestrige Tag auf dem linken Maasufer ohne besondere Ereignisse verlief, wurden Angriffsversuche der Franzosen heute früh gegen den "Toten Mann" und östlich davon im Keime erstickt. Auf dem rechten Ufer steigerte sich die Artillerietätigkeit zeitweise zu sehr erheblicher Stärke. Gleichzeitig entspannen sich an mehreren Stellen südlich der Feste Douaumont und westlich vom Dorf Vaux Nahkämpfe um einzelne Verteidigungseinrichtungen, die noch nicht abgeschlossen sind.

20. März

Deutscher Heeresbericht: 
Im Maasgebiet und in der Woëvre-Ebene hielten sich auch gestern die Artilleriekämpfe auf besonderer Heftigkeit. Um unser weiteres Vorarbeiten gegen die feindlichen Verteidigungsanlagen in der Gegend der Feste Douaumont und des Dorfes Vaux zu verhindern, setzten die Franzosen mit Teilen einer neu herangeführten Division gegen das Dorf Vaux einen vergeblichen Gegenangriff an; unter schweren Verlusten wurden sie abgewiesen.

21. März

Deutscher Heeresbericht: 
Westlich der Maas erstürmten nach sorgfältiger Vorbereitung bayerische Regimenter und württembergische Landwehrbataillone die gesamten stark ausgebauten französischen Stellungen im und am Walde nordöstlich von Avocourt. Neben sehr erheblichen blutigen Verlusten büßte der Feind bisher 32 Offiziere, darunter 2 Regimentskommandeure, und über 2500 Mann an unverwundeten Gefangenen sowie viel noch nicht gezähltes Kriegsgerät ein. Gegenstöße, die er versuchte, brachten ihm keinen Vorteil, wohl aber weiteren schweren Schaden.
Östlich der Maas blieb das Gefechtsbild unverändert.

22. März

Deutscher Heeresbericht: 
Bei der dem Angriff vom 20. März nordöstlich von Avocourt folgenden Aufräumung des Kampffeldes und der Wegnahme weiterer feindlicher Gräben außerhalb des Waldgeländes ist die Zahl der dort eingebrachten unverwundeten Gefangenen auf 58 Offiziere und 2914 Mann gestiegen. Die Artilleriekämpfe beiderseits der Maas dauerten bei nur vorübergehender Abschwächung mit Heftigkeit fort. [...]
Drei feindliche Flugzeuge wurden nördlich von Verdun im Luftkampf außer Gefecht gesetzt. Zwei von ihnen kamen nordöstlich von Samogneux hinter unserer Front, das dritte brennend jenseits der feindlichen Linie zum Absturz. Leutnant Bölcke hat damit sein dreizehntes, Leutnant Parschau sein viertes feindliches Flugzeug abgeschossen.

23. März

Deutscher Heeresbericht: 
Der Erfolg beim Walde von Avocourt wurde durch Inbesitznahme der französischen Stützpunkte auf den Höhenrücken südwestlich von Haucourt vervollständigt. Es wurden etwa 450 Gefangene eingebracht.

24. März

Deutscher Heeresbericht: 
In der Champagne an der Straße Somme-Py - Souain, in den Argonnen, im Maasgebiet und bis zur Mosel hin steigerte sich die Heftigkeit der Artilleriekämpfe zeitweise sehr erheblich.
Westlich von Haucourt besetzten wir in Auswertung des vorgestrigen Erfolges noch einige Gräben, wobei sich die Zahl der Gefangenen auf 32 Offiziere und 879 Mann erhöhte.

25. März

Deutscher Heeresbericht: 
Im Maasgebiet fanden besonders lebhafte Artilleriekämpfe statt, in deren Verlauf Verdun in Brand geschossen wurde.

26. März

Deutscher Heeresbericht: 
In den Argonnen und im Maasgebiet erreichte der Artilleriekampf stellenweise wieder große Heftigkeit. Nachtgefechte mit Nahkampfmitteln im Caillettewalde (südöstlich der Feste Douaumont) nahmen für unsere Truppen einen günstigen Verlauf.

27. März

Deutscher Heeresbericht: 
In den Argonnen und im Maasgebiet erfuhren die Feuerkämpfe nur vorübergehende Abschwächung.

28. März

Deutscher Heeresbericht: 
Über die Lage im Kampfgebiet beiderseits der Maas ist nichts Neues zu berichten.

29. März

Deutscher Heeresbericht: 
Auf dem linken Maasufer stürmten unsere Truppen mit geringen eigenen Verlusten die französischen, mehrere Linien tiefen Stellungen nördlich von Malancourt in einer Breite von etwa 2000 Metern und drangen auch in den Nordwestteil des Dorfes ein. Der Feind ließ 12 Offiziere und 486 Mann an unverwundeten Gefangenen, sowie 1 Geschütz und 4 Maschinengewehre in unserer Hand. Hierdurch wurde mit Sicherheit der Einsatz von zwei weiteren Divisionen in diesem Kampfraum festgestellt.

30. März

Deutscher Heeresbericht: 
Westlich der Maas hatten wiederholte, durch starkes Feuer vorbereitete französische Angriffe die Wiedernahme der Waldstellungen nordöstlich von Avocourt zum Ziel. Sie sind abgewiesen. In der Südostecke des Waldes ist es zu erbitterten, auch nachts fortgesetzten Nahkämpfen gekommen, bis der Gegner heute früh auch hier wieder hat weichen müssen. Der Artilleriekampf dauert mit großer Heftigkeit auf beiden Maasufern an.

31. März

Deutscher Heeresbericht: 
Westlich der Maas wurde das Dorf Malancourt und die beiderseits anschließenden französischen Verteidigungsanlagen im Sturm genommen. 6 Offiziere und 322 Mann sind unverwundet in unsere Hand gefallen. Auf dem Ostufer ist die Lage unverändert. An den französischen Gräben südlich der Feste Douaumont entspannen sich kurze Nahkämpfe.

1. April

Deutscher Heeresbericht: 
In den Argonnen und im Maasgebiet fanden heftige Artilleriekämpfe statt.

2. April

Deutscher Heeresbericht: 
Im Anschluß an die am 30. März genommenen Stellungen wurden die französischen Gräben nordöstlich von Haucourt in einer Ausdehnung von etwa 1000 Meter vom Feinde gesäubert.
Auf dem östlichen Maasufer haben sich unsere Truppen am 31. März nach sorgfältiger Vorbereitung in den Besitz der feindlichen Verteidigungs- und Flankierungsanlagen nordwestlich und westlich des Dorfes Vaux gesetzt. Nachdem in diesem Abschnitt das französische Feuer heute gegen Morgen zur größten Kraft gesteigert war, erfolgte der erwartete Gegenangriff. Er brach in unserem Maschinengewehr- und dem Sperrfeuer unserer Artillerie völlig zusammen. Abgesehen von seinen schweren blutigen Verlusten hat der Gegner bei unserem Angriff am 31. März an unverwundeten Gefangenen 11 Offiziere, 720 Mann in deutscher Hand lassen müssen und 5 Maschinengewehre verloren.

3. April

Deutscher Heeresbericht: 
Links der Maas sind alle Stellungen des Feindes nördlich des Forgesbaches zwischen Haucourt und Bethincourt in unserer Hand. Südwestlich und südlich der Feste Douaumont stehen unsere Truppen im Kampf um französische Gräben und Stützpunkte.

4. April

Deutscher Heeresbericht: 
In der Gegend der Feste Douaumont haben unsere Truppen am 2. April südwestlich und südlich der Feste, sowie im Caillettewalde starke französische Verteidigungsanlagen in erbittertem Kampfe genommen und in den eroberten Stellungen alle bis in die letzte Nacht fortgesetzten Gegenangriffe des Feindes abgewiesen. Mit besonderem Krafteinsatz und mit außerordentlich schweren Opfern stürmten die Franzosen immer wieder gegen die im Caillettewalde verlorenen Verteidigungsanlagen vergebens an. Bei unserem Angriff am 2. April sind an unverwundeten Gefangenen 19 Offiziere, 745 Mann, an Beute 8 Maschinengewehre eingebracht worden.

5. April

Deutscher Heeresbericht: 
Die Artilleriekämpfe in den Argonnen und im Maasgebiet dauern in unverminderter Heftigkeit fort. Die Lage ist nicht verändert.
Links der Maas hinderten wir die Franzosen an der Wiederbesetzung der Mühle nordöstlich von Haucourt. In der Gegend der Feste Douaumont sind auch gestern vor unseren Linien südwestlich der Feste und unseren Stellungen im Nordteile des Caillettewaldes wiederholte Gegenangriffe des Feindes blutig zusammengebrochen.

6. April

Deutscher Heeresbericht: 
Westlich der Maas verlief der Tag zunächst durch das Vorbereitungsfeuer, das wir auf die Gegend von Haucourt legten, sehr lebhaft. Am Nachmittag war auch die Tätigkeit unserer Infanterie rege. Sie stürmte das Dorf Haucourt und einen stark ausgebauten französischen Stützpunkt östlich des Ortes. Abgesehen von sehr erheblichen blutigen Verlusten büßte der Feind 11 Offiziere, 531 Mann an unverwundeten Gefangenen, die zwei verschiedenen Divisionen angehören, ein.
Auf dem rechten Maasufer wurde ein erneuter Angriffsversuch der Franzosen gegen die von uns im Caillettewalde und nordwestlich davon am 2. April genommenen Stellungen schnell erstickt.

7. April

Deutscher Heeresbericht: 
Mehrfache feindliche Angriffsversuche gegen unsere Waldstellungen nordöstlich von Avocourt kamen über die ersten Ansätze oder vergebliche Teilvorstöße nicht hinaus.
Auch östlich der Maas konnten die Franzosen ihre Angriffsabsichten gegen die fest in unserer Hand befindlichen Anlagen im Caillettewalde nicht durchführen. Die für den geplanten Stoß bereitgestellten Truppen wurden von unserem Artilleriefeuer wirkungsvoll gefaßt.

8. April

Deutscher Heeresbericht: 
Auf dem linken Maasufer erstürmten Schlesier und Bayern zwei starke französische Stützpunkte südlich von Haucourt und nahmen die ganze feindliche Stellung auf dem Rücken des Termitenhügels in einer Breite von über 2 Kilometern. Ein heute früh versuchter Gegenstoß scheiterte völlig. Unsere Verluste sind gering, diejenigen des Gegners, auch infolge des heimtückischen Verhaltens einzelner, besonders schwer. Außerdem wurden 15 Offiziere, 699 Mann unverwundet gefangen, darunter zahlreiche Rekruten der Jahresklasse 1916.
Auf den Höhen östlich der Maas und in der Woëvre waren die beiderseitigen Artillerien stark tätig.

10. April

Deutscher Heeresbericht: 
Auf dem Westufer der Maas wurden Béthincourt und die ebenso stark ausgebauten Stützpunkte "Alsace" und "Lorraine" südwestlich davon abgeschnürt. Der Gegner suchte sich der Gefahr durch schleunigen Rückzug zu entziehen, wurde von den Schlesiern aber noch gefaßt und büßte neben schweren blutigen Verlusten hier 14 Offiziere und rund 700 Mann an unverwundeten Gefangenen, 2 Geschütze und 13 Maschinengewehre ein. Gleichzeitig räumten wir uns unbequeme feindliche Anlagen, Blockhäuser und Unterstände an verschiedenen Stellen der Front aus, so dicht nördlich des Dorfes Avocourt und südlich des Rabenwaldes. Auch bei diesen Einzelunternehmungen gelang es, die Franzosen ernstlich zu schädigen; an Gefangenen verloren sie außerdem mehrere Offiziere, 276 Mann.
Rechts der Maas wurde in ähnlicher Weise eine Schlucht am Südwestrande des Pfefferrückens gesäubert. 4 Offiziere, 184 Mann und Material blieben in unseren Händen.
Weiter östlich und in der Woëvre fanden lediglich Artilleriekämpfe statt.

11. April

Deutscher Heeresbericht: 
Im Kampfgelände beiderseits der Maas war auch gestern die Gefechtstätigkeit sehr lebhaft. Gegenangriffe gegen die von uns genommenen französischen Stellungen südlich des Forgesbaches zwischen Haucourt und Béthincourt brachen verlustreich für den Gegner zusammen. Die Zahl der unverwundeten Gefangenen ist hier um 22 Offiziere, 549 Mann auf 36 Offiziere, 1231 Mann, die Beute auf 2 Geschütze, 22 Maschinengewehre gestiegen. Bei der Fortnahme weiterer Blockhäuser südlich des Rabenwaldes wurden heute nacht 222 Gefangene und ein Maschinengewehr eingebracht. Gegenstöße aus Richtung Chattancourt blieben in unserem wirksamen Flankenfeuer vom Ostufer her liegen.
Rechts der Maas versuchte der Feind vergebens, den am Südwestrande des Pfefferrückens verlorenen Boden wiederzugewinnen. Südwestlich der Feste Douaumont mußte er uns weitere Verteidigungsanlagen überlassen, aus denen wir einige Dutzend Gefangene und 3 Maschinengewehre zurückbrachten.

12. April

Deutscher Heeresbericht: 
Westlich der Maas griffen die Franzosen vergeblich unsere Linien nordöstlich von Avocourt an, beschränkten sich im übrigen aber auf lebhafte Feuertätigkeit ihrer Artillerie.
Auf dem Ostufer brachten drei durch heftiges Feuer vorbereitete Gegenangriffe am Pfefferrücken dem Feinde nur große Verluste, aber keinerlei Vorteil. Zweimal gelang es den Sturmtruppen nicht, den Bereich unseres Sperrfeuers zu überwinden, der dritte Anlauf brach nahe vor unseren Hindernissen im Maschinengewehrfeuer völlig zusammen. Im Caillettewalde gewannen wir der zähen Verteidigung gegenüber schrittweise einigen Boden.

13. April

Deutscher Heeresbericht: 
Im allgemeinen konnte sich bei den meist ungünstigen Beobachtungsverhältnissen des gestrigen Tages keine besondere Gefechtstätigkeit entwickeln, jedoch blieben beiderseits der Maas, in der Woëvre-Ebene und auf den Côtes südöstlich von Verdun die Artillerien lebhaft tätig.

14. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Abgesehen von stellenweise lebhaften, im Maasgebiet heftigen Feuerkämpfen ist nichts Wesentliches zu berichten. Angriffsversuche auf dem linken Maasufer erstarben unter unserem Artilleriefeuer schon in den Ausgangsgräben.

15. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Links der Maas konnten feindliche Angriffsabsichten gegen unsere Stellungen auf "Toter Mann" und südlich des Raben- und Cumièreswaldes, die durch große Steigerung des Artilleriefeuers vorbereitet wurden, in unserem vernichtenden, von beiden Maasufern auf die bereitgestellten Truppen vereinten Feuer nur mit einigen Bataillonen gegen "Toter Mann" zur Durchführung kommen. Unter schwersten Verlusten brachen die Angriffswellen vor unserer Linie zusammen, einzelne bis in unsere Gräben vorgedrungene Leute fielen hier im Nahkampf.
Rechts der Maas sowie in der Woëvre-Ebene blieb die Gefechtstätigkeit im wesentlichen auf heftige Feuerkämpfe beschränkt. Zwei schwächliche feindliche Handgranatenangriffe südwestlich der Feste Douaumont blieben erfolglos.

16. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Östlich der Maas entwickelten sich abends heftige Kämpfe an der Front vorwärts der Feste Douaumont bis zur Schlucht von Vaux. Der Feind, der hier anschließend an sein starkes Vorbereitungsfeuer mit erheblichen Kräften zum Angriff schritt, wurde unter schwerer Einbuße an seiner Gefechtskraft abgewiesen. Etwa 200 unverwundete Gefangene fielen in unsere Hand.

18. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Im Kampfgebiet beiderseits der Maas spielten sich sehr heftige Artilleriekämpfe ab. Rechts des Flusses entrissen niedersächsische Truppen den Franzosen im Sturm die Stellungen am Steinbruch 700 Meter südlich des Gehöftes Haudromont und auf dem Höhenrücken nordwestlich des Gehöftes Thiaumont. 42 Offiziere, darunter 3 Stabsoffiziere, 1646 Mann sind an unverwundeten Gefangenen, 50 Mann verwundet in unsere Hand gefallen. Ihre Namen werden ebenso in der "Gazette des Ardennes" veröffentlicht werden, wie die Namen aller in diesem Kriege gefangenen Franzosen, auch der bisher in den Kämpfen im Maasgebiet seit dem 21. Februar gefangenen 711 Offiziere und 38155 Mann. Die Veranlassung zu dieser Bemerkung ist ein halbamtlicher französischer Versuch, unsere Angaben in Zweifel zu ziehen.
Angriffsversuche des Feindes am und im Caillettewalde wurden bereits in der Bereitstellung oder in den ersten Ansätzen durch Feuer vereitelt.
Gegen unsere Stellungen in der Woëvre-Ebene sowie auf den Höhen südöstlich von Verdun bis in die Gegend von St. Mihiel war die französische Artillerie außerordentlich tätig.

19. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Östlich der Maas nahmen unsere Truppen in Vervollständigung des vorgestrigen Erfolges heute nacht den Steinbruch südlich des Gehöftes Haudromont. Ein großer Teil seiner Besatzung fiel im erbitterten Bajonettkampf, über 100 Mann wurden gefangengenommen, mehrere Maschinengewehre erbeutet. Ein französischer Gegenangriff gegen die neuen deutschen Linien nordwestlich des Gehöftes Thiaumont scheiterte. Kleinere feindliche Infanterieabteilungen, die sich an verschiedenen Stellen der Front unseren Gräben zu nähern versuchten, wurden durch Infanterie- und Handgranatenfeuer abgewiesen.

20. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Im Maasgebiet richtete der Feind heftiges Feuer gegen die ihm auf dem Ostufer entrissenen Stellungen. Im Caillettewalde entwickelte sich aus seinem Vorbereitungsfeuer gegen Abend ein starker Angriff. Er gelangte an einer vorspringenden Ecke in unseren Graben. Im übrigen wurde er unter für die Franzosen schweren blutigen Verlusten und einigen an Gefangenen abgewiesen.
In der Woëvre-Ebene und auf der Côte südöstlich von Verdun wird der Artilleriekampf mit großer Lebhaftigkeit von beiden Seiten fortgesetzt. Infanterietätigkeit gab es dort nicht.

21. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Im Maasgebiet kam es im Zusammenhang mit großer Kraftentfaltung beider Artillerien zu heftigen Infanteriekämpfen. Westlich des Flusses griffen die Franzosen mit erheblichen Kräften gegen "Toter Mann" und östlich davon an. Der Angriff ist im allgemeinen blutig abgewiesen. Um ein kleines Grabenstück in der Gegend des Waldes Les Caurettes, in das die Franzosen eingedrungen waren, wird noch gekämpft. Rechts der Maas blieben Bemühungen des Feindes, den Steinbruch südlich des Gehöftes Haudromont wiederzunehmen, völlig ergebnislos. Südlich der Feste Douaumont sind Nahkämpfe, die sich im Laufe der Nacht an einigen französischen Gräben entwickelten, noch nicht zum Stillstand gekommen. Unser zusammengefaßtes starkes Artilleriefeuer brachte eine Wiederholung des feindlichen Infanterieangriffs gegen die deutschen Linien im Caillettewalde bereits im Entstehen zum Scheitern.
Im Abschnitt von Vaux, in der Woëvre-Ebene und auf den Höhen südöstlich von Verdun wie bisher sehr lebhafte beiderseitige Artillerietätigkeit.
Ein feindliches Flugzeug stürzte brennend in den Fuminwald (südwestlich von Vaux) ab.

22. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Westlich der Maas wiederholten die Franzosen ihre Anstrengungen gegen "Toter Mann". Zweimal wurden sie durch Artilleriesperrfeuer von beiden Ufern zusammengeschossen, ein dritter Angriff brach mit schweren Verlusten an unserer Stellung zusammen. Erbitterte Handgranatenkämpfe um das Grabenstück nahe dem Cauretteswäldchen brachten es abends wieder in unseren Besitz; nachts gelang es den Franzosen erneut, darin Fuß zu fassen.
Östlich des Flusses lebhafte Infanterietätigkeit mit Nahkampfmitteln am Steinbruch südlich Haudromont und südlich der Feste Douaumont. Das beiderseitige Artilleriefeuer hielt im ganzen Kampfabschnitt des Maasgebietes ohne Unterbrechung Tag und Nacht mit außerordentlicher Stärke an.
In der Gegend nordwestlich von Fresnes-en-Woëvre wurden Gefangene von der 154. französischen Division gemacht.  Hiermit ist festgestellt, daß der Gegner in dem Raume zwischen jenem Ort und Avocourt seit dem 21. Februar im ganzen 38 Infanteriedivisionen eingesetzt hat, von denen außerdem vier Divisionen nach längerer Ruhe und Wiederauffüllung durch frische Leute, hauptsächlich aus dem Rekrutenjahrgang 1916, zum zweitenmal ins Gefecht geführt und geschlagen worden sind.

23. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Links der Maas wurden südöstlich von Haucourt und westlich der Höhe "Toter Mann" feindliche Gräben genommen. Rechts des Flusses, in der Woëvre-Ebene und auf den Höhen bei Combres blieb die Gefechtstätigkeit auf andauernd sehr lebhafte Artilleriekämpfe beschränkt.

24. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Im Maasgebiet wurden gestern kleinere französische Handgranatenangriffe gegen unsere Waldstellungen nordöstlich von Avocourt zurückgeschlagen. Ebenso scheiterten nachts schwächliche Vorstoße des Gegners östlich "Toter Mann". Ein stärkerer Angriff brach in der Gegend des Gehöftes Thiaumont vor unseren Linien völlig zusammen.

25. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Westlich der Maas kam es nachts nordöstlich von Avocourt zu Handgranatenkämpfen. Ein in mehreren Wellen gegen unsere Gräben östlich der Höhe "Toter Mann" vorgetragener Angriff scheiterte im Infanteriefeuer.

26. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Auf der Höhe von Vauquois, nordöstlich von Avocourt, östlich von "Toter Mann" waren Kämpfe mit Handgranaten im Gange. Angriffsabsichten des Feindes gegen unsere Gräben zwischen "Toter Mann" und Cauretteswäldchen wurden erkannt und durch Feuer gegen die bereitgestellten Truppen vereitelt.
Östlich der Maas entwickelten die beiderseitigen Artillerien sehr lebhafte Tätigkeit.
Nordöstlich von Celles (Vogesen) brachte uns ein sorgfältig vorbereiteter Angriff in Besitz der ersten und zweiten französischen Linie auf und vor der Höhe 542. Bis in den dritten Graben vorgedrungene kleinere Abteilungen sprengten dort zahlreiche Unterstände. An unverwundeten Gefangenen sind 84 Mann, an Beute zwei Maschinengewehre und ein Minenwerfer eingebracht.

27. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Im Maasgebiet ist es neben heftigen Artilleriekämpfen nur links des Flusses zu Infanterietätigkeit gekommen, mit Handgranaten vorgehende englische Abteilungen wurden zurückgeschlagen.

28. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Im Maasgebiet hat die Lage keine Veränderung erfahren.

29. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Im Maasgebiet sind abermals französische Gegenstöße an der Höhe "Toter Mann" und östlich davon zum Scheitern gebracht worden.

30. April 

Deutscher Heeresbericht: 
Links der Maas griffen gestern abend starke französische Kräfte unsere Stellungen auf der Höhe "Toter Mann" und die anschließenden Linien bis nördlich des Caurettewäldchens an. Nach hartnäckigen Kämpfen an dem Ostabfall der Höhe ist der Angriff abgeschlagen.
Rechts des Flusses scheiterte ein feindlicher Vorstoß nordwestlich des Gehöftes Thiaumont. Ein deutscher Flieger schoß über Verdun-Belleray im Kampf mit drei Gegnern einen derselben ab.

1. Mai 

Deutscher Heeresbericht: 
An der Höhe "Toter Mann" wurde auch gestern heftig gekämpft.

2. Mai 

Deutscher Heeresbericht: 
Im Maasgebiet haben sich die Artilleriekämpfe verschärft. Während die Infanterietätigkeit links des Flusses auf Handgranatengefechte vorgeschobener Posten nordöstlich von Avocourt beschränkt blieb, wurde südlich der Feste Douaumont und im Caillettewalde abends ein französischer Angriff von unseren Truppen in mehrstündigem Nahkampf abgeschlagen. Unsere Stellungen sind restlos gehalten.
Wie nachträglich gemeldet wurde, ist am 30. April je ein französisches Flugzeug über der Feste Chaume westlich und über dem Walde von Thierville südwestlich der Stadt Verdun im Luftkampf zum Absturz gebracht worden. Gestern schoß Oberleutnant Bölcke über dem Pfefferrücken sein 15., Oberleutnant Frhr. v. Althaus nördlich der Feste St. Michel sein fünftes feindliches Flugzeug ab.

3. Mai 

Deutscher Heeresbericht: 
Beiderseits der Maas ist die Lage unverändert.
Oberleutnant Freiherr v. Althaus schoß über dem Caillettewalde sein sechstes feindliches Flugzeug ab. Außerdem ist ein französisches Flugzeug im Luftkampf südlich des Werkes Thiaumont zum Absturz gebracht. Zwei weitere sind durch unsere Abwehrgeschütze südlich des Talourückens und beim Gehöft Thiaumont, ein fünftes durch Maschinengewehrfeuer bei Hardaumont heruntergeholt. Der Führer des letzteren ist tot, der Beobachter schwer verletzt.

4. Mai 

Deutscher Heeresbericht: 
Im Maasgebiet erreichte das beiderseitige Artilleriefeuer am Tage zeitweise große Heftigkeit, zu der es auch nachts mehrfach anschwoll. Ein französischer Angriff gegen unsere Stellungen auf dem von der Höhe "Toter Mann" nach Westen abfallenden Rücken wurde abgewiesen. Am Südwesthange dieses Rückens hat der Feind in einer vorgeschobenen Postenstellung Fuß gefaßt.

5. Mai 

Deutscher Heeresbericht: 
Links der Maas drangen unsere Truppen in vorspringende französische Verteidigungsanlagen westlich von Avocourt ein. Der Feind hatte sie unter dem Eindruck unseres Feuers aufgegeben; sie wurden zerstört und planmäßig wieder geräumt.  Südöstlich von Haucourt wurden mehrere französische Gräben genommen und Gefangene eingebracht. Ein gegen den Westausläufer der Höhe "Toter Mann" wiederholter feindlicher Angriff brach völlig zusammen. Rechts der Maas kam es besonders nachts zu starker Artillerietätigkeit.

6. Mai 

Deutscher Heeresbericht: 
Auf dem linken Maasufer spannen sich die Artillerie- und Infanteriekämpfe in Gegend südöstlich von Haucourt fort. Sie brachten uns wiederum einige Erfolge, ohne völlig zum Abschluß zu kommen.

7. Mai 

Deutscher Heeresbericht: 
Westlich der Maas wurde die Gefechtshandlung auch gestern nicht zu Ende geführt. Besonders war die Artillerie auf beiden Seiten sehr tätig. Östlich des Flusses ist in der Frühe ein französischer Angriff in Gegend des Gehöftes Thiaumont gescheitert.

8. Mai 

Deutscher Heeresbericht: 
Die in den letzten Tagen auf dem linken Maasufer in der Hauptsache durch tapfere Pommern unter großen Schwierigkeiten, aber mit mäßigen Verlusten durchgeführten Operationen haben Erfolg gehabt. Trotz hartnäckigster Gegenwehr und wütender Gegenstöße des Feindes wurde das ganze Grabensystem am Nordhang der Höhe 304 genommen und unsere Linie bis auf die Höhe selbst vorgeschoben. Der Gegner hat außerordentlich schwere blutige Verluste erlitten, so daß an unverwundeten Gefangenen nur 40 Offiziere, 1280 Mann in unsere Hände fielen. Auch bei Entlastungsvorstößen gegen unsere Stellungen am Westhang des "Toten Mannes" wurde er mit starker Einbuße überall abgewiesen. 
Auf dem Ostufer entspannen sich beiderseits des Gehöftes Thiaumont erbitterte Gefechte, in denen der Feind östlich des Gehöftes unseren Truppen unter anderen Neger entgegenwarf. Ihr Angriff brach mit Verlust von 300 Gefangenen zusammen. 
Bei den geschilderten Kämpfen wurden weitere frische französische Truppen festgestellt. Hiernach hat der Feind im Maasgebiet nunmehr, wenn man die nach voller Wiederauffüllung zum zweiten Male eingesetzten Teile mitzählt, die Kräfte von 51 Divisionen aufgewendet und damit reichlich das Doppelte der auf unserer Seite, der des Angreifers, bisher in den Kampf geführten Truppen.

9. Mai 

Deutscher Heeresbericht: 
Im Anschluß an die Erfolge auf der Höhe 304 wurden mehrere südlich des Termitenhügel (südlich von Haucourt) gelegene feindliche Gräben erstürmt. 
Ein Versuch des Gegners, das auf Höhe 304 verlorene Gelände unter Einsatz starker Kräfte zurückzuerobern, scheiterte unter für ihn schweren Verlusten. Ebensowenig hatten französische Angriffe auf dem Ostufer der Maas in der Gegend des Thiaumontgehöftes Erfolg. Die Zahl der französischen Gefangenen dort ist auf 3 Offiziere 375 Mann (außer 16 Verwundeten) gestiegen; es wurden 9 Maschinengewehre erbeutet.

10. Mai 

Deutscher Heeresbericht: 
Südwestlich der Höhe 304 wurden feindliche Vortruppen weiter zurückgedrängt und eine Feldwache aufgehoben. Unsere neuen Stellungen auf der Höhe wurden weiter ausgebaut.

11. Mai 

Deutscher Heeresbericht: 
Auf dem westlichen Maasufer griffen die Franzosen nachmittags beim "Toten Mann", abends südöstlich Höhe 304 unsere Stellungen an. Beide Male brachen ihre Angriffe im Maschinengewehr- und Sperrfeuer der Artillerie unter beträchtlichen Verlusten für den Feind zusammen. Eine bayerische Patrouille nahm im Camardwald 54 Franzosen gefangen. Die Zahl der bei den Kämpfen seit dem 4. Mai um Höhe 304 gemachten unverwundet gefangenen Franzosen ist auf 53 Offiziere, 1515 Mann gestiegen. Auf dem östlichen Maasufer fanden in der Gegend des Caillettewaldes während der ganzen Nacht Handgranatenkämpfe statt, ein französischer Angriff in diesem Walde wurde abgeschlagen.

12. Mai 

Deutscher Heeresbericht: 
Im Maasgebiet herrschte beiderseits lebhafte Artillerietätigkeit. Von einem schwachen französischen Angriffsversuch im Thiaumontwalde abgesehen kam es zu keiner nennenswerten Infanteriehandlung.

13. Mai 

Deutscher Heeresbericht: 
Zwischen Argonnen und Maas fanden an einzelnen Stellen lebhafte Handgranatenkämpfe statt. Versuche des Feindes, in den Wäldern von Avocourt und Malancourt Boden zu gewinnen, wurden vereitelt. Ein feindlicher Nachtangriff südwestlich des "Toten Mannes" erstarb in unserem Infanteriefeuer. 
Auf dem östlichen Maasufer erlitten die Franzosen bei einem mißglückten Angriffe am Steinbruch westlich des Ablainwaldes beträchtliche Verluste.

14. Mai 

Deutscher Heeresbericht: 
Auf dem westlichen Maasufer wurde ein gegen die Höhe 304 unternommener französischer Handgranatenangriff abgewiesen. Die gegenseitige Artillerietätigkeit auf beiden Maasufern war lebhaft.

15. Mai 

Deutscher Heeresbericht: 
Im Kampfgebiet der Maas wurden Angriffe der Franzosen am Westhange des "Toten Mannes" und beim Caillettewalde mühelos abgeschlagen.

Wird fortgesetzt...

 

Zum Archiv 1. Weltkrieg